Wie es beim Karlsruher Rheinklub Alemannia gute Tradition ist, fand auch in diesem Jahr Anfang Januar der Neujahrsempfang im Bootshaus statt. Mit einem Glas Sekt in der Hand kamen die Mitglieder zusammen, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten. Der Empfang war diesmal besonders gut besucht und spiegelte eindrucksvoll die große Altersspanne und Vielfalt unseres Vereins wider – von jungen Aktiven bis zu langjährigen Mitgliedern.
Die Ansprache sowie die Ehrungen wurden von der aktuellen Vorsitzenden Alexandra Baltes durchgeführt, die mit wertschätzenden Worten durch die Veranstaltung führte. Der Rahmen bot erneut die Gelegenheit, Danke zu sagen: Trainerinnen und Trainer sowie Betreuerinnen und Betreuer wurden für ihr großes Engagement im vergangenen Jahr ausdrücklich gewürdigt.
Ebenso standen Ehrungen für besondere Leistungen auf dem Programm, insbesondere für die Mastersgruppe, die im vergangenen Jahr sportlich und gemeinschaftlich erneut Herausragendes geleistet hat. Zwei Ehrennadeln für besonders langjährige Mitgliedschaften unterstrichen zudem die tiefe Verbundenheit vieler Mitglieder mit dem Verein. Auch ehemalige Vorstandsmitglieder wurden mit Ehrennadeln ausgezeichnet und für ihre langjährige, verantwortungsvolle Arbeit herzlich geehrt.
Den geselligen Ausklang fand der Neujahrsempfang – wie so oft – bei Kaffee und einer großen Auswahl an leckeren, selbst mitgebrachten Kuchen. In entspannter Atmosphäre wurde noch lange zusammengesessen, Gespräche geführt und das Vereinsleben gepflegt.
Doch bei aller Vertrautheit war dieser Neujahrsempfang ein besonderer: Er markierte zugleich den offiziellen Startschuss ins Jubiläumsjahr, denn der Karlsruher Rheinklub Alemannia feiert 2026 sein 125-jähriges Bestehen. In diesem Zusammenhang wurden erste besondere Veranstaltungen vorgestellt, die im Laufe des Jahres stattfinden werden und das Jubiläum gebührend begleiten sollen.

Ein zentrales Projekt des Jubiläums ist zudem die Festschrift zum 125-jährigen Bestehen. Ein vierköpfiges Team arbeitet bereits seit Monaten intensiv daran. Im Laufe des Frühjahrs wird die Festschrift für alle Mitglieder erhältlich sein – mit weit über 100 Seiten Texten und Bildern zur bewegten Geschichte unseres Vereins.
Im Zuge dieser Recherchen wurde erstmals auch die Geschichte des KRA während der Zeit des Nationalsozialismus näher beleuchtet. Dabei zeigte sich, dass – wie in vielen Vereinen – auch bei der Alemannia das sogenannte Führerprinzip eingeführt wurde: Führungspositionen waren ausschließlich NSDAP-Mitgliedern vorbehalten, das Kindertraining wurde von der Hitlerjugend übernommen. So wurde 1938 Fritz Hüblein als Vereinsführer eingesetzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er aufgrund seiner Parteimitgliedschaft und der damit verbundenen Ämter mit einem Sühnebescheid und einer Strafzahlung von 800 Reichsmark verurteilt – eine hohe Summe für die damalige Zeit. Aus heute nicht mehr vollständig nachvollziehbaren Gründen wurde er dennoch 1950 nochmals für zwei Jahre zum Vorsitzenden der Alemannia gewählt.
Nachdem diese Erkenntnisse nun vorliegen, hat der aktuelle Vorstand in Zusammenarbeit mit dem Ältestenrat eine bewusste Entscheidung getroffen: Eines der ältesten Boote des Vereins, das bis heute in der Anfängerausbildung genutzt wird, wurde umgetauft. Eine Umbenennung ist im Rudersport eher unüblich – in diesem Fall jedoch ein bewusstes und deutliches Zeichen. Andreas Roth erläuterte beim Neujahrsempfang die historischen Hintergründe und taufte das Boot auf seinen neuen Namen:
„Nie wieder ist jetzt.“
Der Neujahrsempfang war damit nicht nur ein gelungener Start ins neue Jahr, sondern auch ein nachdenklicher, verantwortungsvoller und zugleich zuversichtlicher Auftakt in das Jubiläumsjahr des Karlsruher Rheinklub Alemannia.
Bericht + Fotos: Daniel Landmann































