Das Wetter hält. Wer in den Tagen zuvor den Blick über den Karlsruher Rheinhafen schweifen ließ, sah vor allem graue Wolken, Sturmböen und Hagelschauer. Doch pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum des Karlsruher Rheinklubs Alemannia beruhigt sich der Himmel rechtzeitig. Das liebevoll dekorierte Außengelände füllt sich rasch. Zum Empfang werden bereits die ersten erfrischenden Cocktails serviert, die den Gästen den Einstieg in den Tag versüßen. Über 100 Menschen – Mitglieder, Freunde und Delegationen der befreundeten Nachbarvereine aus Karlsruhe, Speyer und Rastatt – sind gekommen, um ein gemeinsam das Jubiläum zu feiern.
Auf dem Gelände herrscht von Beginn an reges Treiben. Die Jüngsten erobern sofort die Hüpfburg, während die älteren Generationen die Gelegenheit nutzen, im Bootshaus in Erinnerungen zu schwelgen oder sich am Ergometer zu versuchen. Es ist ein Fest der Begegnungen; viele Gesichter, die man länger nicht am Hafen gesehen hat, sind heute wieder da.

Die Vorsitzende Alexandra Baltes begrüßt die Ehrengäste, unter ihnen Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. In seinem Grußwort würdigt er den KRA als festen Bestandteil unserer Stadtgesellschaft und plaudert schmunzelnd aus seiner eigenen Jugend, als er selbst im Ruderboot saß. Die darauffolgenden Reden spiegeln die Bandbreite wider, die den Verein heute ausmacht. DRV-Vizepräsidentin und Olympiasiegerin Carina Bär-Mennigen hebt den für den Rudersport beachtlichen Frauenanteil von 40 Prozent hervor und würdigt das fest integrierte Para-Rudern für blinde und sehbehinderte Sportler. Ein Moment des Innehaltens folgt bei den Worten von Heike Breitenbücher, der Vorsitzenden des Landesruderverbandes. Sie findet anerkennende Worte für die neue Festschrift, in der sich der Verein auch der kritischen Aufarbeitung seiner eigenen Geschichte im Nationalsozialismus stellt – eine Auseinandersetzung, die bereits Anfang des Jahres in der symbolischen Umta
ufe eines Bootes auf den Namen „Nie wieder ist jetzt“ mündete. Magnus Müller vom Badischen Sportbund Nord überreicht unter großem Applaus erneut die Urkunde als jugendfreundlicher Verein und betont die anhaltend hohen Qualitätsanforderungen dieser Auszeichnung.

Anschließend folgt der zentrale Höhepunkt auf dem Bootsplatz: Unter den Augen der Festgesellschaft werden zwei neue Boote von Heike Breitenbücher und OB Dr. Frank Mentrup auf die Namen „Wasserkraft“ und „Fahrt ins Blaue“ getauft. Kurz darauf wartet die nächste Überraschung auf die Gäste in Form der großen Jubiläumstorte. Das aufwendig gestaltete Backkunstwerk wurde von der Lehrwerkstatt der Hardtstiftung gefertigt und erweist sich nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich als voller Erfolg.

Am Nachmittag sorgt ein besonderer Gast für Aufsehen, als ein Einsatzboot der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg am KRA-Steg festmacht. Das Polizeiboot läuft passend zum Jubiläum in den Vereinsfarben Blau und Weiß ein. An Bord des aus der Nähe beeindruckend großen Boots wurden geduldig und vermutlich auch mehrfach immer wieder neuen Gruppen alle Fragen zur Technik an Bord beantworten. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt der niedrige Wasserstand des Rheins, der das Anlegen des angekündigten Kirchboots der Rudergesellschaft Speyer verhindert. Die Enttäuschung verfliegt jedoch schnell, als die Speyerer Freunde spontan eine Einladung in ihr Revier im Reffenthal aussprechen, um die Ausfahrt dort nachzuholen.
Zudem erfolgte die Verleihung der zahlreichen Sport- und Fahrtenabzeichen, die im Jahr 2025 errungen wurden. Auch dabei zeigte sich, wie vielseitig die sportlichen Talente im Verein sind und wie fleißig die Mitglieder teilgenommen haben – gekrönt durch die erneute Auszeichnung des KRA mit dem 1. Platz beim Vereinspreis Wanderrudern.
Vor dem Abendessen nutzen schließlich noch einige Gäste spontan die Gelegenheit, unter fachkundiger Anleitung selbst in ein Boot zu steigen und die ersten Schläge auf dem Wasser zu wagen. Anschließend geht die Feier nahtlos in ein geselliges Beisammensein über. Das reichhaltige Abendbuffet eröffnet den kulinarischen Ausklang, bei dem in den gemütlichen Abendstunden viel gelacht, gefachsimpelt und auf die nächsten 125 Jahre angestoßen wird. Bis in die Abendstunden hinein klingt ein rundum gelungener Jubiläumstag aus. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass der KRA seine Traditionen pflegt, sich seiner Geschichte stellt und gleichzeitig eine lebendige Gemeinschaft für die Zukunft ist. Ein herzlicher Dank gilt allen Spendern, Organisatoren und dem unermüdlichen Helferteam, die diesen besonderen Tag im Rheinhafen möglich gemacht haben.
Bericht+Fotos: Daniel Landmann



























































































































































