Elf Ruderinnen und Ruderer des Karlsruher Rheinklub Alemannia machten sich an Pfingsten auf den Weg, um den Main zwischen Bamberg und Ochsenfurt zu erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein startete unsere viertägige Wanderfahrt, die uns durch historische Städte, idyllische Flusslandschaften und einige Schleusenabenteuer führte.
Tag 1 – Ankunft in Bamberg & Fahrt durchs „bayrische Venedig“
Die erste Nacht verbrachten wir im beeindruckenden Bootshaus der Rudergesellschaft Bamberg. Schon das Einlagern der Boote war ein Erlebnis, denn der Zugang durch das Portal des Bootshauses wirkt fast zu schön, um tatsächlich dort Boote hindurchzutragen.
Am nächsten Morgen begann die Tour mit einem besonderen Highlight: einer Fahrt über den Regnitz-Seitenarm durch zwei kleine Schleusen direkt in die Bamberger Altstadt. Zwischen Fachwerkhäusern, Brücken und Wasserwegen fühlte man sich tatsächlich wie im „bayrischen Venedig“. Anschließend ging es auf den Main, und nach rund 30 Kilometern erreichten wir den Campingplatz Sand. Die Suche nach einer geeigneten Anlegestelle am Baggersee verlangte uns bei sommerlichen Temperaturen einiges ab, doch schließlich fanden wir einen passenden Platz.
Der Abend endete in einem Biergarten, der uns mit ungewohnter Foxtrott-Tanzmusik überraschte – ein ungewöhnliches, aber durchaus unterhaltsames Erlebnis.
Tag 2 – Weiter nach Schweinfurt
Die zweite Etappe führte uns 31 Kilometer und durch zwei Schleusen nach Schweinfurt. Dort waren wir beim örtlichen Ruderverein zu Gast. Auch an diesem Abend blieb uns musikalische Begleitung erhalten: Zwar spielte in der Pizzeria selbst keine Musik, doch eine nahegelegene Techno-House-Party sorgte für akustische Untermalung.
Mit Spannung erwarteten alle die Bootseinteilung für den kommenden Tag, denn die Königsetappe stand bevor.
Tag 3 – Die Königsetappe nach Kitzingen
Um der Hitze zuvorzukommen, starteten wir früh: Bereits um 6 Uhr lagen die Boote auf dem Wasser. Die Etappe hatte es in sich: 50 Kilometer, fünf Schleusen und viel Betrieb auf dem alten Main. Besonders die Kleinboot-Schleuse verlangte Geduld, da zahlreiche Kanus unterwegs waren. Ein kurzer Schreckmoment entstand in einem Boot, als ein Skull an der Schleusenwand hängen blieb, doch alles ging gut aus.
Der alte Main zeigte sich abwechslungsreich und lebendig: Strömung, Kanus, SUPs, Schlauchboote, Badegäste – ein buntes Bild eines sonnigen Feiertags. Nach 52 Kilometern erreichten wir erschöpft, aber zufrieden den Kitzinger Ruderverein und ließen uns erst einmal auf der Wiese nieder.
Beim Abendessen gab es die erste kleine Enttäuschung der Fahrt: kein Platz im Freien und keine Musik. Nach dieser langen Etappe war das jedoch zu verschmerzen.
Tag 4 – Abschlussetappe nach Ochsenfurt
Die letzte Etappe war mit 17 Kilometern eine angenehme Trainingseinheit. Die einzige Herausforderung bestand darin, eine geeignete Anlegestelle zu finden. Schließlich gelang dies an einem kleinen Steg zwischen zwei Pferdekoppeln – ein idyllischer Abschluss unserer Tour.
Fazit
Eine rundum gelungene, wunderschöne und hervorragend organisierte Wanderfahrt liegt hinter uns. Trotz Hitze und der Schleusen lief alles reibungslos. An vielen Schleusen kamen wir erstaunlich schnell durch – was zu scherzhaften Vermutungen führte, unser Organisator habe vielleicht etwas mit Bakschisch nachgeholfen.
Ein großes Dankeschön geht an alle Mitfahrenden – und ganz besonders an Johannes, der diese Fahrt mit viel Engagement und perfekter Planung möglich gemacht hat.
Bericht: Christoph Wilhelm
Fotos: Anna, Jutta und Johannes

























