56. Rudermarathon Liège (Belgien)


19. Oktober 2013 / Dietmar Kup

Foto: KRA

In Liège ist das genau andersrum: Da sind die härteren Marathoni die Warmduscher und denen, die es etwas geruhsamer angehen lassen, bleibt nur das kalte Duschwasser.

Zwar wäre es nach einer 43km-Rudertour bei guten Wasserverhältnissen im milden Oktober-Sonnenschein gar nicht so dringend nötig gewesen wie in manch vorangegangenem Jahr – aber wir genossen das wohltemperierte Duschvergnügen. Von den 3 Alemannen-Booten war Matthias Auer zuerst im Ziel. Er war im schweren Einer, womit hier das Boot mit mindestens 20kg gemeint ist, auf die Strecke gegangen. Das Nachwiegen war für Tobi überhaupt keine Hürde. Es wäre nicht Matthias, wenn er nicht irgendwo noch Verbesserungspotential entdeckt hätte. Aber insgesamt konnte er mit 4,5 der 5 Runden um die Stadtinsel zufrieden sein. Zwar wurde er überlegen der mit Platz 5 von 51 bestplazierte Einerfahrer über die „Normalstrecke“, der Pokal ging aber an den schnellsten Junior, der über die etwas kürzere Juniorendistanz startend, ein bisschen früher das Ziel erreicht hatte.

Nach einiger Umplanung im Vorfeld gingen die Masters  letztlich im ungesteuerten C-Doppelvierer, sprich 1901, ins Rennen:  zwischen der fußsteuernden Bugfrau Jutta Weber und Schlagmann Jörg Reinhardt saßen Michael Hagelstein und Wolfdietrich Jacobs. Mit gleichbleibend ruhigem Rhythmus, langen, kräftigen Schlägen wurde Boot um Boot überholt. Lediglich der Männer-Vierer vom Kölner Club für Wassersport –im wesentlichen die Gesamtsieger vom Rheinmarathon- kam als einziges Boot mit einer höheren Startnummer auf einen der zehn Plätze vor dem KRA-Boot ins Ziel. 3 Stunden und 15 Minuten waren die Lizenz für warmes Wasser. Alexandra Sigl, Rita Wittelsberger und die Creuznacherin Linda Manhart bildeten das Team im Team. Als Lüttich-Neulinge im ungesteuerten Boot und in der offenen Seniorinnen-Klasse noch nicht mit Handicap-Minuten verwöhnt, schlugen sie sich tapfer. Mit dem Hauptfeld wurde auch ihr Rennen abgepfiffen. Und es wurde noch lange gefachsimpelt, warum sich die doch vergleichsweise kurze Distanz des ältesten Rudermarathons auf dem Kontinent  selbst für Genf-erfahrene Langstreckenruderinnen so hart anfühlt. Nächstes Jahr am 18. Oktober darf weiter geforscht werden.

Alles Warmduscher!

Wolfdietrich Jacobs

http://www.lavenir.net/article/detail.aspx?articleid=DMF20131018_00377139