Hochsommerlicher Rheinmarathon


16. Oktober 2018 / Wolfdietrich Jacobs

Wie immer fand der Rheinmarathon Anfang Oktober statt – diesmal aber unter beinahe hochsommerlichen Bedingungen: Sonne satt, wenig Wind und viel Ufer statt Wasser im Fluss. Und bedingt durch das Niedrigwasser sehr viele, nur sparsam geladene, langsam fahrende Schiffe, deren Wellen aber trotzdem unangenehm werden konnten.

Die Masters-Frauen eröffnen traditionell die Regatta, die trotz deutlich vorgezogenem Meldeschluss wieder das logistische Maximum mit 170 startenden Mannschaften erreicht hat. Die Karlsruher Renngemeinschaft mit Claudia Ciescholka und Johanna Hörmann vom Wiking sowie Kristina Werner, Gudrun Klein und Steuermann Patrick Störner in der Altersklasse B war also schon auf der Strecke als die anderen noch beim Frühstück saßen. Gute zweieinhalb Stunden später waren die Medaillen recht deutlich verteilt: Gold blieb in Düsseldorf, Silber ging an unsere Athletinnen und Bronze erreichten die Bonner Ruderinnen.

Leider knapp am Podium vorbei ruderte unser Vierer im Rennen der Anfänger. Nachdem Sandra krankheitsbedingt absagen musste, konnte sehr kurzfristig noch Leona Löffler vom Stuttgart-Cannstatter RC als perfekte Komplettierung der Mannschaft um Steuermann Andreas Roth gewonnen werden. Nadine Dörr, Stefano Carli und Korbinian Grimme trafen auf deutlich stärkere Gegner als die, die in den vergangenen Jahren das Anfängerrennen bestritten.

Nun ging es aus Alemannia-Sicht Schlag auf Schlag in der Startfolge weiter, denn bereits im übernächsten Rennen wurden die Dreier auf die Strecke geschickt. Nachdem es kein eigenes Rennen für die Masters in dieser Bootsklasse mehr gibt und auch das Fünfer-Rennen nicht mehr ausgeschrieben wurde, das einzige Rennen, in dem die Fußsteuer-Spezialisten ihre Kunst unter Beweis stellen können. Hier wiegt der Heimvorteil ungleich schwerer. Das Team im Team, Marc Dreier vom RC Schieder, sowie die Alemannen Johannes Eckstein und Michael Hagelstein, lieferte nicht nur die KRA-Bestzeit des Tages, sondern erreichte unter den elf Bewerbern ebenso wie unsere Anfänger den ersten Platz hinter den Medaillenrängen.

Nur weitere zwei Rennen später ging – viel Feind, viel Ehr’ – mit dem Mixed-Vierer in der Altersklasse D das zweitgrößte Starterfeld über die Startlinie. Dreizehn Mannschaften ruderten um die Goldmedaillen, unsere Renngemeinschaft hat sie bekommen. Dabei sah es nach nur etwa 10 Kilometern nicht wirklich danach aus, als der Steuermann Detlef Mueller von der Kettwiger RG plötzlich das Ende der Steuerleine in der Hand hielt: ein Schäkel hatte sich geöffnet. Geschätzte vier Minuten, einige Nerven und Turnerei hat die Reparatur gekostet, bis die Fahrt weitergehen konnte. Umso größer Überraschung und Freude bei Schlagfrau Antje Brückner (ebenfalls Kettwig), Bugfrau Petra Schadock vom Mühlheimer RV sowie dem KRA-Maschinenraum Stefan Huster und Wolfdietrich Jacobs, dass es letztlich sogar noch recht deutlich zum Spitzenplatz gereicht hatte.

Der 48. Rheinmarathon wird stattfinden am 5.10.19, vielleicht wieder im gefühlten Sommer.

Regattaergebnis_rm18_07.10.2018

Fotos von Michael Schadock und Andreas Roth:

Fotos von Maren Derlien und Detlev Seyb, RC Germania Düsseldorf: