JE-Oster-Traningslager am Ederstausee


29. April 2018 / Wolfdietrich Jacobs

Die Vorbereitungen für unser Ruder- Trainingslager starteten bereits am Ostermontag um 13:00 Uhr, als wir uns zum Boote Abriggern und Aufladen beim KRA trafen.

Von den Gig- Booten wurden unser Goldgrund C4+, der Flying Dutchman C5x-, unser niegelnagelneuer Dreier Marianne C3x- und als Rennboote Bella Italia 4x-, Utopia 4+ und Überholverboot 2x aufgeladen.

Das Procedere des Riggerns und Aufladens dauerte dank vieler Hände deutlich kürzer als erwartet – wobei die größte Herausforderung wohl das Verladen von zwei Ergometern (für den Fall von Schlechtwetter) ins Violamobil darstellte.

Gut gelaunt und pünktlich starteten wir am sehr frühen Dienstag um 07:30 Uhr am KRA. Rund vier Stunden später, ohne Zwischenstopp und erstaunlicherweise auch ohne Stau, waren wir mit sechs Booten vor Ort.

Ach ja…WIR, das waren in diesem Fall: Unser Trainer wd, ohne den diese Veranstaltung erst gar nicht möglich gewesen wäre, da Alleinorganisator, Thomas, Gisela, Rita und ihre Nichte Marie, Claudia, Gudrun, Svanja, Glory, Wolfgang, Viola und Sandra.

Wobei Svanja am Dienstag autark mit ihrer Familie anreiste, um gemeinsam mit der Familie sowohl den Geburtstag einer ihrer Söhne feiern als auch rudern zu können. Und so bekamen Sohn Rasmus und Tochter Johanna gleich mal eine Schnupper- Ruder- Einheit verpasst; der Ruder- Nachwuchs will schließlich jederzeit generiert werden!

Am Ziel angekommen, teilten wir uns Bootslagerwiese und Steg mit der Mannheim-Ludwigshafener Trainingsgruppe recht entspannt und unkompliziert.

Dann ging es aber endlich los…Boote Abladen und Riggern, was das Zeug hält-  schließlich wollten wir alle unbedingt noch auf‘s Wasser…und klar, wie bestellt, bei allerfeinstem Sonnenschein!

Nach kurzem Bezug unserer Häuschen, in denen wir Platz ohne Ende hatten, da wir immer nur zu zweit in einer Vier- Mann (oder Frau- oder Gender oder wie auch immer)- Hütte hausten, eine wunderbare erste Rudereinheit auf dem richtig ordentlich gefüllten Ederstausee (244,90m ü.NN). Und danach hatten wir nur eins…HUNGER, der am leckeren und üppig gefüllten Buffet der JuHe gestillt wurde.

Die kommenden Tage waren vor- und nachmittags von eher mehr als weniger anstrengenden und  intensiven Ruder- Einheiten auf dem „Eder- Gedärm“ geprägt, wie es von einigen aus unserer Mitte  passenderweise zwecks schlängelnder Optik genannt wurde.

Dafür tüftelte wd täglich mehrfach aufs Neue die Bootseinteilungen für unsere Trainingseinheiten aus und packte uns, viele davon zum ersten Mal überhaupt, in Zweier- Rennboote, Vierer- Riemen- Renn- und Gigboote und ließ uns handsteuern üben. Alles unter seinem ruder- kritischen Blick und mit seiner unermüdlichen Geduld, unsere Ruderfähigkeiten zu optimieren und sein Wissen an uns zu vermitteln.

Das Training im Renn-Doppelzweier wurde souverän von Glory gecoacht (und ausbalanciert), die ihre Ruderkenntnisse gerne an die Neuen unter uns weitergab.

Auf der Eder ging es von unserer JuHe Hohe Fahrt „stromaufwärts“ in Richtung Vöhl- Herzhausen, (Gesamt- Strecke ca. 18km).

Dass der Wasserstand der Eder und des -stausees in diesem Jahr besonders hoch war, ließ sich nicht nur an einem riesigen Baum, der fast komplett unter Wasser stand, erahnen. Auch einigen gelben Bojen, die vor Gegenständen unter Wasser warnten, musste ausgewichen werden. Steuerbord- bzw. Backbord- Bojen waren teilweise nur mit einigen Schlenkern und Schleifen auf der richtigen Seite anzusteuern, da die Eder teils große Wiesenflächen überschwemmt hatte…gut für uns Ruderer! So konnten wir bei schönstem Sonnenschein schön weit unter der, wie wir sie nannten, „Brücke Eins“ (B 252) und der „Brücke Zwei“ (Landstraße) hindurch, an Kirchlotheim vorbei, bis zu „Brücke Drei“ rudern. Hier war dann aber Schluss, da das Wasser dann doch zu niedrig wurde und wir bei gefühlten 30 cm unter dem Kiel nicht aufsitzen wollten.

In entgegengesetzter Richtung war einer unserer Wegweiser „Der Kormoran- Baum“ auf Backord, ein vollkommen von den Exkrementen der niedlichen Tierchen zerfressenem, und damit dann auch toten, Baum. Zum anderen „Der freundliche Gaststeg für Wassersportler“ auf steuerbord, den wir allerdings nie genutzt haben, sondern immer daran vorbei Richtung „Die Insel“ ruderten. Diese war dann oftmals der Umkehrpunkt, von dem aus es wieder in Richtung JuHe ging. (Gesamt- Strecke ca. 15km).

Den ganzen Tag bei viel Sonne an frischer Luft und mit einem doch recht strammen Sport- Programm, war abends dann eher chillen statt Party in unserem Gruppenraum angesagt.

Neben viel Gebabbel und Gesabbel [Hochdeutsch: Gerede] übers Rudern und noch mehr Geschnäke  [hochdeutsch: Verzehr ungesunder Lebensmittel wie Schokolade und Chips] wurde auch eine akribische Auswertung unserer zuvor beim Training im Rheinhafen Karlsruhe aufgenommenen Ruder-Videos gemacht. Alle Aufnahmen wurden analysiert, Fehler aufgedeckt und ausgewertet, Verbesserungsmöglichkeiten besprochen.

Peinlich genau für die eFa- Datenbank haben wir unsere Ruder-Kilometer auf Papier festgehalten [Dank an dieser Stelle gilt Wolfgangs Nachprüfen der Ruder- Strecken mittels Handy und Glorys Super- km- Uhr]. Gemeinschaftliche Waschbären- „Jagd“ und Kröten- watching [und auf-die-Hand-Nehmen] gehörte ebenfalls zum allabendlichen Ritual.

Freitags war es dann soweit. Dicker Nebel in den Morgenstunden…und endlich (Scherz) Zeit für ein Ergometer-Experiment mit Klettergut. Da mussten wir alle durch, um ein Gefühl für die Kraftübertragung Rücken/ Beine zu bekommen. Glücklicherweise hielt sich der Nebel nicht allzu lange und ab dem späteren Vormittag sollte es nur noch allerfeinstes Kaiserwetter mit strahlendem Sonnenschein geben – perfektes Ruderwetter…das an einigen, ääähm, an einem von uns nicht spurlos vorüberging-  hierzu nur soviel: Hände [Insider].

Die für Samstag angesetzte Tages-Fahrt zur Eder- Staumauer wurde erneut von strahlend blauem Himmel und viel Sonne begleitet. Leider aber auch von der nicht so schönen Tatsache, dass wir ein Ruder-Mitglied krank in der Hütte, selbstredend gut versorgt mit Kamillentee und trockenen Brötchen, zurücklassen mussten/ sollten.

Genannte Wanderfahrt startete bei nahezu spiegelglattem Wasser (Laborbedingungen) und war nicht nur aus sportlicher, sondern auch landschaftlich betrachtet, wunderschön.

Vorbei an den zuvor genannten Landmarken wie Kormoran-Baum, Insel und Steg ging es weiter an diversen Campingplätzen bei Bringhausen, Scheid und Rehbach vorbei.

Von der Hitze ganz schön geplättet, kamen wir irgendwann endlich auf dem eigentlichen Edersee an – begleitet von einigen Kajakern, Kanuten, Seglern, Motor- und Fischerbooten, nein, -bööötchen.

Über uns auf der Anhöhe Waldeck thronend, lag das Hotel/ Schloss Waldeck, an dem wir vorbei Richtung Staumauer weiterruderten. Allerdings nicht, ohne vorher noch am DLRG- Steg Halt zu machen, wo wir von der DLRG freundlich begrüßt wurden und einige von uns zwischen Riemen- und Skull- Booten die Plätze tauschten.

Die Staumauer, wenn auch in diesem Jahr aufgrund des hohen Wasserpegels nicht so spektakulär wie bei Niedrigwasser, mussten wir uns dann aber doch noch aus der Nähe ansehen…also nichts wie hin und dann zurück zur Jugendherberge und – Zack, für viele war das mit 31 km die erste Wanderfahrt für dieses Jahr!

Alle Boote, die Sonntags nicht mehr fürs Training benötigt wurden, wurden Samstagabend bereits abgeriggert und verladen; Sonntags ging es nach dem Frühstück zu unserer letzten Trainingseinheit und nur kurze Zeit später nach dem Zusammenpacken unseres ganzen Geraffels, Krimkrams, Gruschds und Gedöns [gar kein Hochdeutsch] auf den Heimweg.

Alles in Allem war das Traningslager trotz Wasserblasen an den Händen, Muskelkater (außer bei der Jüngsten), krankheitsbedingter Ausfälle, Sonnenbränden und körperlicher Ermattung, und „Nach dem Milchreis wird noch gerudert“…einfach nur klasse!

Und das nicht zuletzt der hervorragenden Organisation, des unermüdlichen Coachings, geduldigen Erklärens, fortwährenden Korrigierens, uns Verbesserns und Bemühen unseres JE- Trainers wd wegen [Achtung: hochdeutsch].

Ihm an dieser Stelle, und ich denke, ich kann da für uns alle sprechen, ein ganz großes und dickes EXTRA- DANKESCHÖN! Ohne ihn wäre das JE- Rudern niemals das, was es jetzt ist!

Sandra Pauser

Fotos von Gloria Roller und Wolfgang Gosda:

Fotos von Viola Wilke:

Fotos von Gudrun Klein und Sandra Pauser:

Fotos von Martin Berchtold: