Juniorentraining trotz Corona


15. April 2020 / Josef Gravenhorst

Trotz des Coronavirus, heißt das Motto bei den Karlsruher Junioren „weiter trainieren und das Beste aus der Situation machen“.
Zum Anfang der Ausbreitung von covid-19 wurde vor, während und nach dem Training stark auf Hygiene geachtet um die Verbreitung bestmöglichst einzuschränken. Regelmäßiges Händewaschen vor und nach dem Training und Abstand zwischen Sportlern und Trainern war zwar etwas befremdlich, aber nötig um überhaupt noch trainieren zu können. Kurz darauf beschloss der Vorstand die Schließung der Ergo und Krafträume. Schnell war ein neuer Trainingsplan geschrieben, in der Hoffnung mit vielen Hygienemaßnahmen weiterhin trainieren zu können. Am 14. März ruderte eine große Anzahl an Junioren vor und nach dem Arbeitsdienst der Alemannia ein letztes Mal. Am nächsten Tag stand ein Lauftest für alle Junioren und U15 auf dem Programm. Keiner ahnte, dass dieses Training das vorerst letzte Gemeinsame sein sollte. Nach ständigem Austausch mit Vorstand, Experten und der Trainer untereinander wurde ein Trainingsplan geschrieben, welcher jeden Morgen anstatt Schule rudern vorgesehen hatte. Doch schon am nächsten Tag war auch dieser Plan wieder hinfällig. Beide Rudervereine hatten ihre Tore auch für das geregelte Rudertraining geschlossen. Somit musste das Training ab dem 16. März isoliert von zu Hause stattfinden. Gleich am ersten Tag wurden nach Rücksprache mit den Vorständen die vereinseigenenen Ergometer und Spinner an die ambitioniertesten Jugend-Ruderer verteilt. Eine schwierige Situation für Sportler und Trainer, welche sonst fast täglich am Ruderverein waren. Doch mit der Zeit entwickelte sich schon fast etwas wie Routine im Trainingsalltag. Ein mal pro Woche steht nun ein Krafttraining per Viedeokonferenz auf dem Trainingsplan. Der Rest der Woche wird mit Ausdauer, und weiteren Krafttrainings gefüllt. Stets mit dem Ziel fit zu bleiben, für eventuelle Wettkämpfe. Regelmäßiges schriftliches Feedback der Trainingswoche und Telefonate standen natürlich auch auf dem Wochenplan. Das grandiose Wetter war ein kleiner Trost der Junioren. So konnte man wenigstens täglich aus dem Haus, um alleine oder zu zweit Laufen, Radfahren oder Inlinerfahren zu gehen.
Über die kommenden Tage und Wochen wurden weiterhin immer mehr Wettkämpfe abgesagt. Die ersten Regatten der Junioren, Weltmeisterschaften und letztendlich sogar die Olympischen Spiele wurden abgesagt. Die Hoffnung auf die Zielwettkämpfe wie Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften war jedoch immer noch präsent. Am 10. April war es dann so weit. Der DRV sagte seine nationalen und internationalen Wettkämpfe bis Mitte August ohne Nachholabsichten ab. Die Landesmeisterschaften waren somit noch unsicher, eine Deutsche Meisterschaft im Juni war jedoch ausgeschlossen. Somit war jetzt nun wenigstens Klarheit jedoch platzten mit dieser Entscheidung große Träume einiger Junioren, welche eigentlich schon in intensiver Vorbereitung für dieses Ereignis waren. Mit einer Videokonferenz am folgenden Tag, wollten die Trainer den Sportlern nun Aussichten auf die kommenden Trainingsphasen und eventuellen Wettkämpfen im Herbst geben. Isolationsphase überstehen, dann abwechslungsreiche Trainingsinhalte wie z.B. Radfahren oder gemeinsam kicken und ab Mitte August dann Wettkampfvorbereitung. Diese Aussichten und die Erinnerung, warum man den Rudersport begonnen hat -des Spaßes und Teamgeistes wegen- sollen die Junioren wenigstens ein bisschen aufmuntern. Ab nun heißt es: Kopf nicht in den Sand stecken, Motivation hoch halten, entsprechend mit etwas weniger Verpflichtung weiter trainieren und sportliche Ziele für dieses Jahr neu, aber vor allem nicht Wettkampfbezogen definieren.
Bericht und Bilder: Malte Groh