Eurega 2014


6. Mai 2014 / Josef Gravenhorst

Auch dies Jahr waren Ruderer des Karlsruher Rheinklubs Alemannia bei der Europäischen Rheinregatta vertreten.

In zwei Teams ging es an den Start, eine MDA55-Mannschaft mit Wolfdietrich Jacobs sowie ein Männerboot mit Jörg Reinhardt, Matthias Auer und Sebastian Frohn.

Beide Teams waren in ihren Klassen erfolgreich und haben einen Pokal mitgebracht.

„Hart, aber gerecht“
– das war das einstimmige Urteil der mehr als 300 Teilnehmer der diesjährigen EUREGA zum durchweg strammen Gegenwind. Das Urteil über die Vergabe der Startplätze beschränkte sich auf den ersten Teil, manchmal ergänzt durch den Nachsatz „einfach nicht transparent“.
Letztlich hat das bewährte Team des Bonner RV um Regattaleiter Harald Epskamp wieder tolle Rennen über die 100-Kilometer-Strecke durch das Weltkulturerbe Mittelrheintal (zumindest bis in Loreley-Nähe eine Brücke gebaut werden sollte…) geschickt, eine unterhaltsame Streckenreportage für die Besucher auf der Bonner Rheinpromenade gebracht und – same procedure as every year- die berühmten EUREGA-Steine verteilt. Eine für die Alemannia durchaus lohnende Angelegenheit, auch wenn gleich drei Vierermannschaften von uns gar nicht erst ins Rennen gehen durften – zwölf Stunden nach Öffnung des Meldeportals ist man einfach zu spät dran.
Als letztes Boot sollte die Masters-E-Mannschaft den Loreley-Schutzhafen verlassen, aber als älteste Hasen auf der Langstrecke fallen wir auf den plumpen Trick, vom Start weg viel Abstand zwischen unseren einzigen Gegner vom veranstaltenden Verein und uns zu bringen, nicht herein. Kurzerhand starten wir unmittelbar nach den Bonnern – dem Regelwerk und nicht dem Startaufruf entsprechend.
So wurden denn auch gleich die ersten Kilometer die Rennentscheidenden. Gerhard leistete bei seinem Debut auf dem Schlagplatz ganze Arbeit, so dass wir bereits beim ersten Steuermannswechsel, als Karl Ernst und Jürgen die Plätze tauschten, fast eine Minute Vorsprung hatten. Werner nutzte später seine Steuer“pause“, uns die KRAke-Frauen-Gedächtnisboje noch einmal ganz aus der Nähe betrachten zu lassen. Der Vorsprung wurde auf der ständigen Suche nach der Ideallinie innerhalb der Regelvorgabe „dicht am Ufer“ stetig ausgebaut, so dass es, als WD die „4K-Renngemeinschaft“ (Karlsruhe-Köln-Kitzingen-Koblenz) nach knapp sechs Stunden über die Zielinie steuerte, nichts mehr zu diskutieren gab.
Ähnlich unspektakulär im Rennverlauf erging es auch den Männern in der unbeschränkten Klasse: Henning aus Hamm, Olaf aus Ulm sowie Jörg, Matthias und Sebastian legten vom frühen Startplatz weg ein hohes Tempo vor, überholten alsbald auch die ernst zu nehmenden Gegner und fuhren weitgehend unbehelligt an der/die Spitze. So reichte es gleich zu drei Spitzenplazierungen: Klassensieg der offenen Männerklasse, Gesamtsieg und – erste vergebene Zeitstrafe. Die Jury war der Ansicht, unsere Helden würden mehr als zulässig die Strömung nutzen. Als wenn sie das nötig gehabt hätten!
Zwei Mannschaften – drei Steine – was wollen wir mehr?
Und wie ein transparentes und von allen Teilnehmern akzeptiertes Meldeverfahren mit Warteliste aussehen kann, zeigen einmal mehr die Organisations-Profis aus Friesland: Elfsteden-Roeimarathon heißt unser nächstes großes Ziel am Himmelfahrt-Wochenende.

Fotos: www.eurega.org