Allen gezeigt, wo der Hammer hängt


13. Februar 2017 / Wolfdietrich Jacobs

 

In der Tat: Gudrun Klein ist Weltmeisterin!

In sehr beachtlichen 7:28,4 holte sie sich die Goldmedaille – und den Hammer.

Und da ist er!

Insgesamt gab es drei Titel für das Team Germany: Die beiden anderen steuerten Bernhard Köhler und Matthias Schömann-Finck bei. Für den SchöFi ist es bereits das vierte Werkzeug in seiner Sammlung – neben den WM-Titeln im leichten Vierer-ohne und Achter.

Warum es in Boston einen stinknormalen Hammer als Dreingabe zu Goldmedaille und Titel für die Sieger gibt, muss hier ungeklärt bleiben. Die Veranstaltung selbst geht auf eine Aktion im Jahr 1980 zurück. Keineswegs galt es, kalte, lange Winter zu überbrücken, sondern vielmehr suchten die durch den Olympia-Boykott frustrierten US-Helden nach einer veritablen Möglichkeit, ihrer Enttäuschung Luft zu machen. Auf’s Wasser wollten sie nicht – so mussten die Ergos herhalten.

Damit waren die CRASH-Bs geboren. Vom Namen her eine Veranstaltung der „Star-Gewesenen“, aber nun auch als 36. World Indoor-Rowing Championships ein junggebliebenes event mit etwa 2300 Startern aller Altersklassen.

Nur zwei Wochen nach dem nationalen Titelgewinn in Kettwig folgte nun Gudruns Auftritt als Mitglied des Team Germany. Bei ihrem Debut im vorigen Jahr hatte es schon zu Bronze gereicht, ein bißchen Luft nach oben war unschwer erkennbar und ein langer Winter, gefüllt mit einem anspruchsvollen Trainingsplan, lag hinter ihr. Das waren schon gute Voraussetzungen für Optimismus. Hinzu kam der Umstand, dass die Vorjahressiegerin und Weltrekordinhaberin, Anne Bourlioux aus Kanada, nicht gemeldet war. Am Vorabend des Wettkampfs erreichte mich dann Gudruns sms: „Habe gerade mit Aicke das Rennen besprochen. Ich hab richtig Lust auf den Wettkampf und bin voller Vorspannung.“ Was sollte nun noch schiefgehen?

Aicke ist Aicke Böhm, Trainer vom RC Marl, der Gudrun vor Ort perfekt betreut hat. Ihm gilt mein ganz besonderer Dank – es ist für alle Beteiligten nicht einfach und keineswegs zwingend erfolgreich, wenn plötzlich eine andere Stimme mit fremden Sprüchen im Nacken sitzt. Robert Sens hat da schon den Richtigen ausgeguckt. Dass Boris Orlowski einmal mehr als Teamleiter und Head-Coach einen rundum gelungenen Auftritt des Team C2 Germany abgeliefert hat, darf als selbstverständlich gelten.

Den Nachschlag zur Wintersaison wird es dann hoffentlich Anfang März in Starnberg geben.

Das Ergebnis des Rennen 60 MW55-59 Hwt von herenow.com:

Bilder von twitter.com/concept2:

Bilder von facebook.com/concept2 DACH:

Bilder von Natali von Zmuda (concept2 Deutschland):

Bilder von Gudrun Klein:

 

HIER zum Gesamtergebnis aller Rennen der „36. World Indoor-Rowing Championships“

HIER zum Bericht auf rudern.de

HIER zu dem netten Spielzeug, das den gesamten Rennverlauf nachfiebern lässt (nur die schmuddelfarbenen Boote sind wichtig.)

HIER zum Video, das besser als Hörfunk-Reportage geeignet erscheint (etwa ab 07:45)