Regatta Warschau -Achterzeit auf der Weichsel!


30. September 2020 / Josef Gravenhorst

Nach kurzer Nacht im Bootshaus herrschte am Freitag bereits um 3 Uhr morgens Aufbruchsstimmung: So begaben sich 30 Karlsruher RudererInnen mit brandneuen einheitlichen Shirts und Masken des RUDER-TEAM Karlsruhe auf die 16-stündige Busfahrt in die polnische Hauptstadt Warschau.

Nachdem ein alter Holzvierer aus dem Bestand der Alemannia im Sommer den Weg in seine neue Heimat Warschau gefunden hatte, wurden wir von Krzysztof Soloducha (Organisator der Regatta) kontaktiert. Er unterbreitete ein durchaus ungewöhnliches Angebot: Die Organisatoren boten an, die Kosten für unsere Fahrt sowie die Hotelübernachtungen zu übernehmen. Zusätzlich würden wir Bootsmaterial kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Ein Angebot, dass man nicht ablehnen kann! So kam es dann auch, dass statt einem Achter gleich drei Achtermannschaften sich aus Karlsruhe zur Teilnahme entschieden und die lange Fahrt auf sich nahmen. In Warschau wurden die Karlsruher von überwältigender Gastfreundschaft empfangen, so wurden die Mastersruderer in mehreren PKWs vom Hotel abgeholt und zum Ruderverein gebracht. Jarosław Lindqvist Präsident des Warschauer Rudervereins TW Syrenka (Warschau) begrüßte hier die Ruderer aus Karlsruhe mit den Worten: “Für unsere Gäste aus Deutschland haben wir unser bestes Boot reserviert – ein modernes Rennboot aus den USA”.

Die Jugendmannschaft wurde kurze Zeit später von polnischen Jugendlichen ebenfalls am Hotel abgeholt und direkt zur Regattastrecke geführt. Dort angekommen wurden die unbekannten Gegner abgecheckt. Trotz kurzer Verwirrung aufgrund des gestellten Bootsmaterials (eines der bereit liegenden Boote war Steuerbord-Schlag geriggert) und der Frage nach eventueller spontaner Bootsumbesetzung konnten jedoch alle beruhigt werden.
Los ging es mit den Masters: Gegen starke Gegner und ungewohnte Gegenströmung konnte ein starker dritter Platz erzielt werden. Die Regatta war nun im vollem Gange. Im fliegenden Wechsel ging die Mädelsachtermannschaft auf Wasser und machte sich auf dem Weg zum Start mit den Bedingungen und dem neuen Bootsmaterial vertraut. “Gewohnte Bedingungen sehen anders aus” so Steuermann Philippe Greiner. Trotzdem konnte die Mannschaft in ihrer Generealprobe für die Deutsche Sprintmeisterschaften in 2 Wochen zwei Längen auf ihre Gegner sichern. So taten es ihnen wenige Minuten später die Jungs gleich: ein Doppelsieg für die Juniorenmannschaft!
Beendet wurde der Tag mit einer Führung durch die Warschauer Altstadt und traditionellem polnischen Essen. Der nächste Tag wurde etwas kultureller gestaltet. Zum Anlass der Regatta (100-jährigem Jubiläum der Schlacht bei Warschau – „Wunder an der Weichsel“) besuchte die Mannschaft ein historisches Museum am heutigen Stadtrand. Nach einer ausführlichen Stadttour stiegen Sonntagabends alle geschafft wieder in den Bus um am kommenden Morgen in Karlsruhe anzukommen. Morgens? Wohl eher nicht. Aufgrund von zwei platten Reifen gegen 2 Uhr morgens kurz vor der deutschen Grenze und der interessanten Interpretation von 24h Service des zuständigen Reparaturdiensts “ihr müsst warten, vor 8 Uhr arbeitet kein Mechaniker”, mussten wir ganze 6 Stunden auf dem Standstreifen ausharren. Große Freude letztlich als “Dr Felga” anrückte und den Bus in kurzer Zeit wieder fahrbereit machte. Letztlich verschob sich die Ankunftszeit auf 17Uhr. Doch das war alles kein Grund für schlechte Stimmung! “Einfach ein lustiges und bärenstarkes Wochenende” schlussfolgerte Maskottchen Wiki zufrieden.
Bericht: Helena Brenke und Helena Cooper
Bilder: Aus dem Kreis der Teilnehmer