Was macht der Ruderer, wenn es im Hafen mal etwas mehr weht? – Er jammert.
Was macht der Segler, wenn kein oder wenig Wind geht? – Er jammert.
Was muss passieren, dass keiner jammert?
Ein Beispiel:
Bilderbuch-Sommerwetter, ein leichtes Lüftchen und ein gigantischer Organisationsaufwand. Und Tina, die schon seit Jahresfrist „jammert“, wir sollten doch mal mit ihr auf die Kieler Förde zum Rudern kommen, und dies am besten zur Windjammerparade der Kieler Woche. Wer Tina kennt, weiß, was sich anhört wie eine Bitte, ist eine Weisung. Vielen Dank dafür – denn es war ein tolles Erlebnis, das ohne ihre Expertise nicht geklappt hätte! Es ist ja nicht so, dass da jedes Bötchen irgendwie einfach mitfahren darf. Freundlich, aber bestimmt wurden auch wir von der Polizei angewiesen, gewisse Fahrwege einzuhalten. Ebenso freundlich und bestimmt brachte Tina das Stichwort „Formation“ ins Gespräch – und alles war bestens geregelt.
Gleich zwei Vierermannschaften hat sie zusammengestellt: unsere aus dem AYCR-Dunstkreis (Tina, Krossi, WD, Svanja, Uta), die andere um ihre Kumpels aus dem nahen Osten der Republik. Die ganze Bande in die Ferienwohnung einquartiert und perfekt umsorgt.
Nach der Fahrt in der Formation – im Grunde ein Schwarm von Sportbooten, die östlich der richtigen Windjammer fuhren – erreichten wir die Marina Wendtorf zur Mittagspause an der Grenze der Förde zur Ostsee. Das Flaggschiff der Bundesmarine, das üblicherweise die Formation anführt, hatte dieses Jahr „Besseres“ zu tun: den USA zum runden Geburtstag gratulieren.
Auf dem Rückweg liefen wir aus Vorsicht vor einem drohenden Gewitter noch den Hafen von Laboe an. Die Jüngeren unter uns konnten der Attraktion des Sandkastens in Kutterform nicht widerstehen…
Und wenn man schonmal da ist, möchte man ja auch Alles sehen: so gab es noch einen größeren Schlenker in die Schwentinemündung, vorbei an der Anlegestelle der Geomar-Schiffe zu einem „Bootsgässchen“ (also Treideln direkt am Ausleger), um dann noch 3,5 Kilometer flußaufwärts bis zum Steg der Kanuten in Klausdorf zu rudern. Nach einer kleinen Rast natürlich wieder alles zurück – und dann fehlte ja noch die Hörn, der südlichste Zipfel der Förde. So hatten wir noch einen privilegierten Blick auf die übervölkerte und zum Jahrmarkt umfunktionierte Kiellinie.
Bootswaschung, Körperduschung – man kann es sich denken. Dann noch Schieben durch die Menschenmassen – die Medien sprachen von drei Millionen – auf der Jagd nach einem Fischbrötchen und mit dem allerletzten Bus zurück zur Herberge bei Tina.
Bericht: Wolfdietrich Jacobs
Fotos von Teilnehmern und Nichtteilnehmern

















