Jedes Jahr im Oktober gibt es 2 Marathonveranstaltungen, den Rheinmarathon von Leverkusen nach Düsseldorf und den Marathon in Lüttich. Was haben die beiden Rennen gemeinsam und wo unterscheiden sie sich? Hier ein Vergleich:
Gemeinsam (mit Toleranz):
- Die Distanz, der Rheinmarathon hat 42,8 km, in Lüttich sind es 43,25 km.
- Fahrstrecke Bus Rheinmarathon 693 km, Fahrstrecke Lüttich 740 km.
Unterschiedlich:
- Die Rennstrecke: Der Rheinmarathon geht den Rhein stromab, in Lüttich sind es 5 Runden um die Stadtinsel auf quasi stehendem Wasser.
- Die Unterbringung: Rheinmarathon im Matratzenlager im Bootshaus, Lüttich in der tollen Jugendherberge im Stadtzentrum.
- Das Essen: Rheinmarathon eine Herausforderung, in Lüttich die besten Pommes der Welt, leckere Pizza und belgisches Bier.
- Das Rennen: beim Rheinmarathon kann es sein, dass man die Gegner gar nicht sieht, in Lüttich ist jedes Boot Gegner.
Ich finde, dass beide Veranstaltungen großartig sind. Woran liegt es dann, dass zum Rheinmarathon jeder mitmöchte, und nach Lüttich nur ein paar Verrückte?
Das kann nur der Respekt vor den 43,25 km ohne hilfreiche Strömung sein.
Dabei ist es gar nicht so schlimm wie es den Anschein hat. In Lüttich bekommt jedes Boot in Abhängigkeit vom Bootstyp, dem Geschlecht und des Alters der Mannschaft ein Handicap, mit dem die Startzeit festgelegt wird. Dadurch wird im Rennen jedes Boot zum Gegner, den man unbedingt überholen muss oder nicht vorbeilassen darf und das macht es abwechslungsreich und jede Runde anders.
Und nun der Bericht von diesem Jahr:
Vom KRA wollten nur Bruno und ich mit, aber ich konnte Sarah und Patrick vom Mannheimer Ruderclub und Hannah von der Ruderriege Schaumburgia Bückeburg für einen C5x gewinnen. Wir konnten sogar (bis auf Hannah) zusammen in Karlsruhe trainieren. Leider wurde Bruno kurz vor dem Wettkampf krank und glücklicherweise sprang Joshua kurzfristig ein. Da er jünger ist als Bruno bekamen wir ein neues Handicap und unsere Startzeit verschob sich um 23 Sekunden von 12:22:12 auf 12:22:35 😉.
Die Anreise am Freitag verlief ohne Probleme und wir konnten den Hänger schon um 14:30 beim Ruderverein RNSM abstellen. Das ließ uns Zeit Pommes zu essen und danach noch eine Kombination aus Höhentraining und Kulturprogramm zu machen. Sarah, Patrick und ich stiegen die 374 Stufen der Treppe zum Montagne de Bueren hinauf und genossen die Aussicht auf Lüttich (von weitem besehen ist alles schön). Abends kamen dann Hannah mit Familie an und wir gingen Pizza essen und besprachen Renntaktik, Trinkpausen etc.
Am Samstag nach dem Frühstück gingen wir Mitbringsel einkaufen und dann das Boot riggern. Joshua kam pünktlich aus Karlsruhe nach. Es konnte also losgehen…
Wir gingen früh aufs Wasser und probierten noch 2-3 Mal die “Lüttichwende“ da wir ja noch nie alle zusammen im Boot waren, und dann ging es zur vorgesehenen Startzeit los.
Wir kamen schnell auf einen zügigen Streckenschlag und konnten die ersten Boote überholen. Aber in der ersten Wende wurden wir vom Bonner C5x gekonnt überholt. Ich habe genau hingesehen und nun neue Ideen für die Verbesserung der “Lüttichwende“. Normalerweise ist auf der Maas eine leichte Strömung “mit” und in der dérive, so heißt der Kanal der zum Start/Ziel zurückführt eine leichte Strömung “gegen”. Aber in diesem Jahr stand das Wasser überall. Dafür war es windig: Gegenwind auf der Maas vor allem auf dem letzten Kilometer vor der Wende und Schiebewind in der dérive. Ich steuerte unser Boot daher nicht hart in die Innenkurven wie üblich, sondern versuchte möglichst viel Schiebewind mitzunehmen. Wir erreichten teilweise Geschwindigkeiten über 13 km/h; so schnell waren wir dort noch nie unterwegs. Wie immer ist die verflixte 4. Runde die langsamste Runde, auch deswegen, weil wir ziemlich alleine unterwegs waren. Keine Boote vor uns, keine Boote hinter uns. Dann, in der 5. Runde waren auf einmal viele Boote in Schlagdistanz vor uns, dass mobilisierte die letzten Kräfte. Wir konnten noch einige der weit früher gestarteten Einer, Zweier und Dreier überholen. In der letzten Wende überrundeten wir den Achter, offensichtlich nicht von Karl Adams trainiert, und gaben alles, um noch den C5x von der RTK-Germania zu überholen, das hat leider nicht mehr funktioniert, uns fehlten nur 24 Sekunden (…ziemlich genau die Zeit, die wir durch das geänderte Handikap abgeben mussten.😊 )!
Von Platz 26 gestartet kamen wir als 16. ins Ziel und waren sehr zufrieden mit uns. Bei den 4 gestarteten C5x hatten wir mit 3:26:58 zwar die 3. beste Zeit, aber das reel langsamste Boot vom RTK-Germania durfte viel früher starten, wir konnten es nicht überholen und sind deshalb 4. in der Gattung. So ist das halt bei Rennen mit Handicap. Die anderen beiden C5x spielen offensichtlich in einer anderen Liga…
| MWK/KCW/CR | 2:59:03 |
| ARC/BRV | 3:00:55 |
| KRA/RSB/MRC | 3:26:58 |
| RTK-Germania | 3:32:44 |
Spaß gemacht hat es uns allen, das sieht man deutlich an den Bildern.
P.S.: Das Skull aus Messing bekommt man für die 10. Teilnahme.
Bericht: Andreas Roth
Fotos: Kerstin
Fotos: Patrick
Fotos: RSNM























