Sicherheit auf dem Wasser im Karlsruher Rheinhafen


26. Juli 2015 / Dietmar Kup

Die Hafendirektion der Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH) hatte am 20. Juli 2015, um 18 Uhr, auf die MS Karlsruhe zur Veranstaltung ‘Sicherheit auf dem Wasser im Karlsruher Rheinhafen’ eingeladen. Die Wasserschutzpolizei referierte.

Hafenmeister Udo Kutterer begrüßte die im Hafengebiet beheimateten Wassersportvereine: den Karlsruher Ruder-Verein Wiking, die Rheinbrüder Karlsruhe und den Rheinklub Alemannia. Diese Vereine haben zur Betreibung ihres Sportes eine Sondergenehmigung, denn der Hafen mit seinen sechs Hafenbecken ist eigentlich ein reiner Industriehafen. Er ist nach Mannheim der größte Binnenhafen Baden-Württembergs. Täglich fahren zahlreiche, große Frachtschiffe in die Hafenbecken. Das Manövrieren der Schiffe nimmt oft den gesamten Raum in Anspruch. Schubverbände mit mehreren Leichtern, große Tanker, aber auch kleinere Schleppkähne können für die Paddel- und  Ruderboote, die sich auf ihren Sport konzentrieren, gefährlich werden.

Zahlreiche Jugendliche, Trainer und Obleute waren an Bord der MS Karlsruhe und folgten den Vorträgen von Petra Herr und Alexander Weber. Die Wasserschutzpolizisten erklärten per PowerPoint das Einmaleins der Ausweichregeln: Kleinfahrzeuge müssen demnach allen anderen Fahrzeugen ausweichen. Ruderboote müssen z.B. kleinen Segeljollen ausweichen – gut zu wissen, wenn man im Goldkanal bei Rastatt kreuzenden Seglern begegnet. Ein schon etwas älteres, aber immer noch anschauliches Video verdeutlichte in welche Notlage Ruderboote durch falsches Verhalten geraten können. Fahrende Frachtschiffe erzeugen Strudel, Wellen und Querströmungen, die das Steuern im Ruderboot beeinflussen oder gar unmöglich machen. Große Gelächter bei der Filmszene eines untergehenden Doppelvierers – nur gut, dass man nicht selbst im Boot saß.

Filmsequenzen aus Sicht der Schiffsführer beladener Containerschiffe und großer Schubverbände verdeutlichten, dass sie besonders in Bordwandnähe keine Kleinboote sehen können. Koppelverbände sind oft über 180 Meter lang. Schwer einzuschätzen ist der tote Blickwinkel, die Fahrgeschwindigkeit oder auch die Zeitverzögerung beim Stopp.

Genug Theorie – Didier Martz, Kapitän der MS Karlsruhe lud seine Gästen zur Fahrpraxis nach ganz oben auf das Brückendeck ein. Kleine Gruppen hatten nun Gelegenheit, Kapitän Martz im Steuerhaus über die Schulter zu sehen. Das Passagierschiff ist mit vielerlei Technik, vom einfachen Rückspiegel, über GPS, vier Bordkameras bis hin zum Radar ausgerüstet. Fahrt durch den Hafen, eine kurze Strecke stromabwärts. Vom erhöhten Brückendeck aus waren die für Kleinboote gefährlichen Buhnen gut zusehen. Die MS Karlsruhe steuerte wieder die Hafeneinfahrt an, als sich langsam ein großes Frachtschiff auf den Strom hinausschob. Zur Warnung der sich nähernden Ruderboote, direkt hinter der Hafeneinfahrt, half nur ein kräftiges Schiffssignal – auszuweichen ist nicht möglich!

Alljährliche ‚Jour fixe‘ mit der Wasserschutzpolizei auf der MS Karlsruhe wären nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und zur Vermeidung von Havarien, sondern auch eine Art Wassersport-Förderung für Karlsruhe. Ein Beitrag für den Wassersport – denn der soll Spaß machen und unbeschwert ausgeübt werden können.

Fotos: Dietmar Kup