Lüttich ist nur einmal im Jahr!


28. Oktober 2019 / Wolfdietrich Jacobs

Lüttich ist nur einmal im Jahr! Wieder bis auf den letzten halben Quadratmeter besetzt ist das
Oberzimmer der Société d’Aviron zu Liège, versammelt alle Helden des Tages zu lauschen
diesen und anderen Rufen ihrer doch-eben-noch Konkurrenz. Zuvor: Ein Räuspern genügt für
ein Jubeln, Applaus, 54-mal folgend für jedes Team. Was war geschehen?
Am Abend zuvor aus unterschiedlicher Windrichtung her an die Ufer der Maas gespült, waren
die KRAthleten eingetroffen um sich in zwei – verstärkt durch Freunde aus Bückeburg und
Kettwig gar drei – Mannschaften an der Ziellinie des RSNM zu messen: Nach fünf Runden,
insgesamt 42km und durchschnittlich 3:34h Grund genug zu feiern: Lüttich ist nur einmal im
Jahr!
Fünf Zirkel um die Altstadt, gesäumt von hübschen und nahen, hohen und fernen Gebäuden,
jeweils zum Wasser getrennt – von einer Einbahnstraße? Von einer Zweibahnstraße mit einer
Richtung! Sechs Brücken die Maas hinab, sieben zurück und eine kurz vor dem Ziel. Zehn
scharfe Kehren für die Lüttichwende, tatsächlich die Rauchsäule eines Grills, überholende und
überholte Boote – mehr von der zweiten Sorte. Ein Endspurt: Lüttich ist nur einmal im Jahr!
Ein Vorabend: Fritten an der Bude am Park: Welche Soße soll es sein? Salz oder nicht? Oder
nicht? War das die reine Begeisterung nach dieser Vorspeise? Eine Runde durch die Stadt im
Dunkeln – nur wenig Neues – in Zuwartung auf die letzten Direktreisenden aus dem Süden. Die
Pizza in der Jugendherberge bei Bier von der Bar – oder doch nur einem Wässerchen, genutzt
um letzte Strategien zu besprechen: Geheim? Eher nicht. Wegen räumlicher Nähe? Auch wieder
Elfstedens gedacht, all der Brücken dort: Obwohl nur eine Runde zu absolvieren doch einige
mehr. Lüttich ist nur einmal im Jahr.
Morgens das Frühstück – gab es das schon um halb sieben? Inhaltlich alles dabei, Bananen
mehr als zunächst zu sehen, immer wieder Müsli, ein Kaffee oder keiner? Der Start erst nach
zwölf. Nicht weit ist der Weg zum Supermarkt Colruyt Liège: Bananen und Wasser, Schokolade und Bier.
Für den Export? – die Frage an der Kasse. Für den Export. An den Booten angelangt – ist schon
geriggert, habt Dank! Wolken ziehen über die Stadt, ist das ein Regen? Wird er vergehen? Ein
Warten auf, ein Warten bis. Beim Warten hier – ein Wiegen dort: Bier im Boot? Derselbe
Clubanzug? Weniger Lächeln – aber Ballast muss sein, das Bier kommt rein. Ein Jubel schon
beim Warten. Nochmal Wässern vor dem Wassern? Die Vorbanane verspeist, sieben Schichten
für die Schnürleszieher angelegt. Das Wasser getestet: Es trägt. Lüttich – ist nur einmal, ist
jetzt.
Die Weißen im iPott schon weit voraus in Nummer 25, kommt auf Platz 27 der blaue, der
fliegende Holländer hinterher, nicht zu sehen beim Start des goldenen Goldgrunds auf 37. Eine
Minute zwischen Weiß und Blau beim Start, sechs dann zu Gold. Ist das zu schaffen? Sind die
fünf Runden es wert? Was machen wir hier? Ist das Lüttich? Ist das der Wahnsinn? Warum
schneidet der Grüne uns und rammt dann die Brücke? Was macht die Skulptur mit den Reifen
dort? Der Grünstreifen, die Spundwand, die Kehre, die Spundwand, die Brücke, ein gelber Strich
an der Wand. Dann ein Boot außen, ein Boot innen, die einen fahren vorbei, die anderen
werden vorbei gefahren, die Kehre. Sind das wieder die Fünfer? Warum ist das Handicap so wie
es ist? Warum ist alles so? Der Mann, gemalt an die Hauswand, hält seine Schachtel. Die
Grünfläche, der gelbe Strich. Das Bier im Boot. Das Schiff: Hat einen Anleger? Hat einen
Anleger. Ein Doppelzweier ohne auf Spritztour segelt nur so vorbei, die Bonner kommen ins Bild.
Die Bonner in Blau mit Stern – werden zu Holländern und grüßen: Ahoi. Doch Trinken?
Getrunken und auf. Der gelbe Strich. Die Kehre. Energie! Die Brücken. Energie! Die Brücken.
Energie! Die Reifen der Grünfläche, die Kehre. Auf Schub! Die Brücke. Ein gelber Strich. Eine
Pfeife. Lüttich – nur einmal im Jahr.
Es erruderte sich am 19.10.2019 der iPott aus Bückeburg-Kettwig-Karlsruhe, gestartet auf 25,
Platz 7 (3:19:12h), schob sich Goldgrund von 37 auf 30 (3:31:12h) und wurde geschoben Flying
Dutchman von 27 auf 37 (3:44:36h). Nicht unerwähnt sollte bleiben: Dopingkontrolle ab 19 bis
26, das Bier war noch voll und wird erst jetzt langsam leerer, zwei Helden fuhren den Bus an
den KRA, danke an euch fürs Aufriggern, danke an euch für die Orga!
Lüttich ist wahrlich nur einmal im Jahr – nächstes Jahr wieder.

Bericht: Johannes Eckstein

Das komplette Ergebnis

Der Bericht im Lokal-Fernsehen RTC Tele Liège

Fotos von Andreas Roth, Antje Brückner, Hannah Pelzing: