Liège – wie jedes Jahr


2. Dezember 2016 / Wolfdietrich Jacobs

Mitte Oktober, Lüttich ruft.
Und so brechen wir nach einer Nacht in der JH Aachen morgens auf. Die erste Grenze, die nach Belgien, ist morgens schnell passiert, doch die nächste Grenze wiegt deutlich schwerer: die Grenze der Belastbarkeit.
Es stehen nämlich 43 km auf dem Programm. Das sind fünf Runden die Maas hinunter und den Kanal wieder herauf, Marathondistanz auf stehendem Gewässer.
Die Bedingungen sind gut. Der leichte morgendliche Dunst über der Stadt verzieht sich rechtzeitig zum Start und die Sonne sorgt für einen angenehm warmen Herbsttag.
Zwei Boote mit KRA Beteiligung machen sich für den Start bereit. Wd fährt mit einem ausgesuchten Team aus seiner alten Heimat Bückeburg. Wir im reinen KRA-Team (Andreas,
Gudrun, Rita, Wolfgang und Viola) kommen in den Genuss eines geliehenen Boots aus eben diesem Bückeburg.

Die erste Runde fahren wir voller Elan. Zum ersten Mal zieht die Stadt in Froschperspektive an uns vorbei. Schöne Hauser und Betonsünden lehnen einträchtig Wand an Wand und vor allem rauscht, nein nicht der Fluss, sondern der Verkehr. Die folgenden Runden zeigen, dass Lautstärke und Abgasgeruch nicht spurlos an uns vorbeigehen. Nach dem Marathon freuen wir uns über saubere Luft und relative Ruhe.

Doch vorher sind noch vier Runden zu errudern.
Unser Steuerneuling Viola schlägt sich sehr gut, in den Wenden gewinnen wir Zeit auf andere Boote. Einmal gar zuviel und schwups erhält Viola noch eine Nahkampfausbildung. Eine wichtige Lektion für Regattasteuerleute! An dem Ärger des schweizer Frauenvierers in unserem Achterwasser erkennen wir die Leistung unserer Steuerfrau.

Runde für Runde wird unser Boot langsamer. Mit zu viel Elan gestartet ist man schnell verausgabt. Für einen Schlusssprint reicht es dennoch und wir erreichen glücklich das Ziel.

Wd mit seiner Topp-Mannschaft gewann den dritten Platz in der Gesamtwertung und nahm am Ende den Pokal für den schnellsten C4x+ mit. Der gemischte 4er war deutlich langsamer und gab sich mit einem hinteren Rang und einer neuen Grenzerfahrung zufrieden.

Wir danken Andreas aus Bückeburg für die Bereitstellung des Bootes und unserem Andreas für die Organisation unseres Teams.

Wolfgang Gosda

Fotos von Andreas Roth:

Fotos von Hannah Pelzing: